Menschenwürde und Scham

- ein Thema für internationale Begegnungen in der Schule

Scham gehört zum Mensch Sein; alle Menschen kennen dieses schmerzhafte, oft übersehene Gefühl. Es signalisiert, dass unser Grundbedürfnis nach Anerkennung, Schutz, Zugehörigkeit und Integrität verletzt wurde.

Allerdings unterscheiden sich Kulturen teilweise darin, wofür die Menschen sich jeweils schämen und wie sie damit umgehen. Wenn sich Menschen aus verschiedenen Kulturen begegnen, treffen daher auch immer verschiedene Formen des Umgangs mit Scham aufeinander.

Der Vortrag vermittelt grundlegende Informationen über die Scham: Welche Aufgaben sie hat; wie sie „funktioniert“; wie sie das menschliche Verhalten beeinflusst und jeweils kulturell geformt ist.


Dr. Stephan Marks
Sozialwissenschaftler und Sprecher des Freiburger
Instituts für Menschenrechtspädagogik

Menschenwürde und Scham

- ein Thema für internationale Begegnungen in der Schule

Schamgefühle werden etwa ausgelöst, wenn Menschen als  „anders“ oder „fremd“ ausgegrenzt werden. Wenn ihre Grenzen verletzt und sie (seelisch oder körperlich) bloßgestellt werden. Oder wenn sie schikaniert oder verachtet werden; dies kann auch durch Strukturen verursacht werden (z.B. wenn Menschen aufgrund von formalen Vorgaben Anerkennung verweigert wird).

Obwohl Scham sehr schmerzhaft sein kann, hat sie auch positive Aufgaben: Sie ist  „die Hüterin der menschlichen Würde“, so Leon Wurmser.
Daher ist es für jede Arbeit mit Menschen (etwa in der Schule) wichtig, Scham zu erkennen, zu verstehen, wie sie „funktioniert“ und konstruktiv mit ihr umgehen zu können. Im Workshop wird erarbeitet, was das im Einzelnen für die Arbeit mit Menschen bedeutet.


Dr. Stephan Marks
Sozialwissenschaftler und Sprecher des Freiburger
Instituts für Menschenrechtspädagogik

„All inclusive“
- in jeder Beziehung!

Zum respektvollen Umgang im Schulalltag

Inklusion braucht sozial kompetente Kinder, für die respektvoller Umgang, Verantwortungsübernahme, Anerkennung anderer, Empathie und sinnvolle Konfliktbewältigung eine Selbstverständlichkeit ist. Viele Kinder und Jugendlichen verfügen nicht bzw. nicht ausreichend über diese Kompetenzen, die letztlich auch einen guten Nährboden für schulischen Leistungserfolg bilden.

Über universelle Maßnahmen wie ein kontinuierlich stattfindendes Sozialkompetenztraining mit Übertragung auf den Schulalltag eröffnet sich die Chance, ohne Stigmatisierungseffekt ein Wir-Gefühl und eine Kultur der Anerkennung und der Achtsamkeit in der Klasse/ Schule wachsen zu lassen.
 
In diesem Workshop erhalten Sie einen kurzen Überblick über zu beachtende Grundsätze für Gelingensbedingungen und haben Gelegenheit Übungen auszuprobieren, die im Schulalltag im Rahmen des sozialen Lernens bereits mit Erfolg erprobt worden sind.


Monika Harms
Beauftragte für Gewaltprävention der
Landesschulbehörde, Regionalabteilung Hannover,
Beratungslehrerin und Mediatorin

Ich bin ein Weltbürger, du auch?

Blackbox Kultur

„Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden“
(Georg Christoph Lichtenberg)


Interkulturelle Kompetenz spielt wegen der voranschreitenden Globalisierung eine immer größere Rolle und wird als Schlüsselqualifikation zunehmend verlangt. Durch das Zusammenleben und -arbeiten verschiedener Kulturen schaffen unterschiedliche Haltungen eine große Fläche für Unstimmigkeiten und Konflikte. Daher wird es immer bedeutsamer, die Besonderheiten der eigenen und anderer Kulturen zu kennen und im Bewusstsein dieser Vielfalt nach dem Gemeinsamen zu suchen.

Hierfür ist ein tieferes Verständnis des kulturellen Kontextes und interkulturelle Handlungskompetenz eine unumgängliche Voraussetzung.

In dieser Veranstaltung geht es darum, im Vorfeld kulturbedingte Spannungen zu erkennen sowie den einfallsreichen und kreativen Umgang damit.

Barbara Ekua Bonney
Lehrerin am Zentrum für unterstützende Pädagogik (ZuP) am Wasser und freie Dozentin Blackbox Training & Coaching

Anna Igho Priester
Lehrerin Berufliches Schulzentrum Neustadt Delmestraße und freie Dozentin Blackbox Training & Coaching

„Wie die denn so sind…“

Interkulturelle Übersetzungen im Schulalltag?

Im Umgang mit Migrant/innen gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Wenn ich etwas nicht mehr verstehe, kann es an der Sprache liegen. Wenn ich die Sprache aber gelernt habe, verstehe ich dann wirklich alles? Inwieweit benötige ich dennoch eine  „kulturelle Übersetzung“, damit ich mein Gegenüber  verstehe?

In unserem Alltag in der Schule stehen wir oft vor Situationen, in denen wir das Verhalten von Migrant/innen nicht verstehen, ihr Verhalten nicht einordnen können, das Gefühl haben, sie blocken ab und wir kommen nicht an sie „ran“ – oder sie verstehen auch uns nicht.

In diesem Workshop wollen wir anhand von selbst gemachten Erfahrungen und Diskussionen in unserem alltäglichen Arbeitsleben versuchen, verschiedene Interpretationsmöglichkeiten von Situationen zu erkunden. Wie kann ich Situationen einordnen, um in geeigneter Weise darauf reagieren zu können? Inwieweit beeinflussen Vorurteile bis hin zu rassistischen Erfahrungen eine gemeinsame Kommunikation?

Wir wollen herausarbeiten, welche Bilder von  „Deutschen“ und „Nicht-Deutschen“ unsere Kommunikationsformen beeinflussen können.

Wie kann eine Kommunikation gestaltet werden? Welche möglichen Rollen können  „kulturelle Übersetzer“ einnehmen? Wie kann eine erfolgreiche Vermittlung aussehen?

Lale Direkoglu-Maga und Thomas Stapke

(beide effect gGmbH)

Differenz, Antidiskriminierung und Gleichstellung

als Aufgabenfeld von Schul- und Unterrichtsentwicklung

Um den Bildungserfordernissen der Einwanderungsgesellschaft wirksam begegnen zu können, werden punktuelle Sondermaßnahmen für unzureichend befunden. Stattdessen werden in Politik und Wissenschaft zunehmend Möglichkeiten einer diversitätsgerechten Gestaltung der Bildungseinrichtungen und -prozesse als Ganzes anvisiert. Für diese Tendenz stehen populäre Begriffe wie Interkulturelle Öffnung, Diversity-Management/-Mainstreaming, Inklusion oder Qualitätsentwicklung.

Der Vortrag beleuchtet unter Einbezug erprobter Praxisbeispiele potentielle Chancen und Umsetzungsmöglichkeiten, aber auch Engführungen und Fallstricke solcher Strategien. Zu Beginn wird ein Schlaglicht auf die Erscheinungsformen und Ursachen von Diskriminierung im Handlungsfeld Schule geworfen.

Prof. Dr. Mechtild Gomolla
Interkulturelle Bildungsforscherin an der Helmut Schmidt Universität Hamburg und Mitglied im
Sachverständigenrat der „Handlungsempfehlungen für einen Entwicklungsplan Migration und Bildung“ für Bremen 2010-2011

Dem Täter auf der Spur?

Was macht manche Jugendlichen zu Mobber/Innen und zu Gewalttäter/innen?

Um präventiv wirksam werden zu können benötigen wir Informationen darüber, wie jemand zum „Täter“ wird:
  • Wie wird aus dem „netten“ Jugendlichen ein gewalttätiger Schüler oder aus der freundlichen Jugendlichen eine mobbende Schülerin?
  • Was prädestiniert Jugendliche sich gewalttätig zu verhalten?
  • Welche Persönlichkeitsstrukturen bringen diese Jugendlichen mit und was bedeutet das für den pädagogischen Umgang mit gewalttätigen Handlungen?
Diesen Fragen wollen wir uns gemeinsam widmen. Es geht hier nicht um Entschuldigungen für verletzendes Handeln, sondern darum zu verstehen ohne einverstanden zu sein. Die Konfrontative Pädagogik bietet für die Arbeit mit Täter/innen Methoden, die sich im  Spannungsfeld von Empathie und Grenzziehung bewegen.

Neben dem Vortrag wird es auch praktische Übungen zur Erarbeitung des Themas geben.


Christine Bunjes
Dipl. Pädagogin
Anti – Agressivitäts - Trainerin®
Supervisorin (DGSv)

„Restorative Circle“

– heilsame Kreisgespräche als Beitrag zur Konfliktkultur

Mit einem „Restaurative Circle“ (RC; einen deutschen Begriff gibt es noch nicht dafür) können Konflikte oder Übergriffe innerhalb einer (schulischen) Gemeinschaft geklärt werden.                       

Der RC basiert auf dem Konzept der „Wiederherstellenden Gerechtig-keit“ (Restorative Justice), der Gewaltfreien Kommunikation, ist lösungsorientiert und betrachtet den Einzelnen als Teil einer Gemeinschaft, die direkt oder indirekt sein Verhalten beeinflusst und mit in die Verantwortung genommen wird.  Daher geht es bei Konflikten oder Übergriffen nicht nur um eine Klärung zwischen den direkt Beteiligten, sondern weitere Mitglieder der Gemeinschaft werden in das Vorgehen einbezogen. Durch deren  Beteiligung an dem RC wirken die hier gemachten Erfahrungen im Umgang mit Konflikten und Gewalt auf die Gemeinschaft zurück, verstärken die Nachhaltigkeit von Lösungen und können das soziale Miteinander positiv beeinflussen.

Klärung von Konflikten oder Übergriffen und Heilung von Gewalterlebnissen braucht vor allem eins: wirklich wahrgenommen und gehört werden mit den eigenen Gefühlen und (verletzten) Bedürfnissen. Und genau das ist das zentrale Anliegen eines RC.          

Die Vorgehensweise ist einfach, klar strukturiert, für alle transparent, kann von Jugendlichen oder Erwachsenen durchgeführt und ohne großen Aufwand in den (Schul-) Alltag integriert werden. In diesem 3-stündigen Workshop soll der Ablauf eines Circles durch ein Rollenspiel verdeutlicht und die Voraussetzungen seiner Anwendung innerhalb einer Gemeinschaft geklärt werden.


Manuela Grafe-Ginati
Dipl. Päd., Kommunikationstrainerin, Supervisorin, Mediatorin